„Twilight Zone“

„The Twilight Zone“ (1959 – 1964) ist eine US-Serie, die über fünf Staffeln und 156 (!) Episoden Geschichten aus dem Bereich Horror, Science Fiction und Mystery beinhaltete. Der Wikipedia-Artikel zeigt unter „Effects on popular culture“ unberechtigterweise nur eine lächerlich geringe Anzahl von Beispielen.
Anders als „Star Trek“ (1966 – 1969, 79 Episoden) wird hier kein geschlossenes Universum entwickelt, in das man sich als Fan hineinversetzen kann (und mag); „The Twilight Zone“ ist durch das vorherrschende TV-Format von ca. 25 Minuten und das geringe Budget auf kurze, kraftvolle Plots angewiesen, wie sie z.B. in den Kurzgeschichten von H.G.Welles vorkommen; es sind teils bekannt anmutende Plots, die in ein fantastisches Setting (Zeitreise, Roboter, atomare Apokalypse, drei Wünsche, die verlassene Welt, Tod ohne es zu wissen…) transferiert und meist mit einem moralischen Schlußwort versehen werden.

Was „Star Trek“ für Trekkies ist, ist die „Twilight Zone“ für SF- und Fantasy-Autoren, die nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurden: Dunkle Kurzgeschichten, die Zehnjährige dazu brachte, in diesen Nächten das Licht brennen zu lassen. Dass das heutige Alterssegment von etablierten englischsprachigen Autoren (heute um die 50-60 Jahre alt, z.B. Steven Spielberg *1946 oder David Lynch *1946) von der „Twilight Zone“ beeinflusst wurde, liegt nahe.

Auf Wikipedia gibt es eine Liste der Episoden, die sich über die Suche nach dem Titel + „Twilight“ auf Youtube finden lassen. Es macht Spaß, „Erkenne-den-Plot“ bzw. „Erkenne-die-Idee“ zu spielen:

  • In „Little Girl Lost“ findet sich sehr klar die Idee der unsichtbaren Tür zur Nachbardimension aus „Poltergeist“ (1982, Story by Steven Spielberg) wieder.
  • Vier Astronauten in „I shot an Arrow in the Air“ bruchlanden auf einem fremden Planeten, der sich am Ende als die Erde herausstellt: „Planet der Affen.“ (1968, Screenplay by Rod Serling, der einen Großteil der „Twilight Zone“ mitgeschrieben hat)
  • In „Elegy“ könnte man z.B. Iain Banks „Sleeper Service“ aus „Excession“ (1996) wieder erkennen, in der eine künstliche Intelligenz sich den Spaß macht, menschliche Körper zu Dioramen zu drapieren.
  • „The Last Flight“ ähnelt in Aspekten dem schrecklich schlechtem „Biggles: Adventures in Time“ (1986)
  • „And When The Sky was opened“ spiegelt sich in den retroaktiv verschwindenden Charakteren von „Remember Me!“ aus ST:TNG.
  • „Living Doll“ erinnert an „Mannequin“ (1987).
  • „Mirror Image“ war mit seinem Paralleluniversum, bevölkert von bösen Doppelgängern, eventuell die Vorlage für „Mirror, Mirror“ (1967) aus ST:TOS
  • „The Lateness of the Hour“, in der menschenähnliche Kunstwesen sich ihrer Künstlichkeit bewußt sind, teils nicht; ähnlich wie in „Bladerunner“ (1982, Story von Philipp K.Dick 1968)
  • „A World of Difference“ ähnelt in der Vermischung von Realitäten und Virtualiten, Identität und Rolle den Filmen von David Lynch, z.B. „Mulholland Drive“ oder „Lost Highway“

Also: Wenn ihr mal ein paar Abende nichts zu tun habt, werft einen Blick in die Plots und schaut euch interessante Episoden auf Youtube an, z.B. „In Walking Distance“, „Will the real Martian please stand up?„, „The Midnight Sun“, „The Last Flight“, „A World of Difference“ oder „Shadow Play“. Es lohnt sich.

Kleine Anmerkungen: Es wird viel geraucht, da der „Chesterfield“-Produzent einer der Hauptsponsoren war; es gibt viele Western-Episoden, um vorhandene Kulissen zu nutzen. Und es gab großartig aussehende Frauen in S/W, z.B. in „Two“, „The Midnight Sun“ oder „Little Girl Lost“…!

Liste der Episoden mit Plotbeschreibung

Sehr guter Eintrag – wie üblich – auf TV-Tropes

Published in: on April 2, 2011 at 8:14 pm  Schreibe einen Kommentar  

1958: „If they start a war, this is what will happen…“

Ein ehemals klassifizierter Film der US Luftwaffe von 1958 (ca. 60 min, bei Youtube in sechs Teilen/Spulen) beschreibt den Atomkrieg aus der Sicht militärischer Propaganda. Für ein Setting in den 50er bis 60er Jahren, in dem das US-Militär involviert ist, ist dies eine interesssante Quelle für klischeehafte Charaktere, Einrichtungen und Technik aus der Pre-PC-Ära, große Sprachgesten und militärische Hybris, inklusive dicke Zigarren rauchende Offiziere. Der Film zieht sich etwas hin, man kann vor spulen; aber es stellt sich nach einiger Zeit die Frage: In welchem Verhältnis standen Militärdokumentation (Selbstdarstellung in diesem Film), Hollywood (dramaturgisch aufbereitete Fremddarstellung in Kriegsfilmen) und militärische ‚Realität‘ zu einander?

Es kribbelt in den Fingern, das ganze á la „It came from the late, late, late Show“ einzusetzen; für einen Jack-Arnold-Showdown zwischen dem amerikanischen Militär und einem niederen (oder höheren) Mythoswesen; oder für ein alternate-timeline apokalyptisches Rollenspielszenario.

Teil 2 Teil 3Teil 4Teil 5Teil 6

Published in: on März 30, 2011 at 10:47 pm  Schreibe einen Kommentar  
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S. E. Ketner: „The Plateau of Leng“

Some ten years ago (2002 says the file) I found an incredible story on the web, „The Plateau of Leng“, written by one S.E. Ketner. I vaguely remember it was on some public forum for fanmade CoC stuff.
It was one of the best stories with a mythos-background I’ve encountered so far, especially among those with a contemporary setting. Its plotline starts 1984 with a young psychology student, Mark Mason, who takes some slack in Nepal after a field trip to India. He gets hired by a shady leader of an archeological expedition to treat a ’nervous breakdown‘ of one of its members. For Mark, it goes downhill from there – literally.

As I said: The story is excellently written, one of the best I’ve read so far, well paced and worded, and with enough twists that old Cthulhu-die-hards might enjoy it as a new approach. The stories it may compare to best – if one could say this at all – may be Lovecraft’s „Dreams in the Witch-House“ and „At the Mountains of Madness“, both my favourites.

Now for the strange thing.

These days, the story can’t be found on the internet anymore. The same with S. E. Ketner, no one on the web with this name-surname combo. The web remembers everything, one says, but this wonderful piece of art and its author vanished as thouroughly as age old tribal sayings from the active memory of modern knowledge society.

So, if you know the author, or the story, or have any objections against this gem posted here, please contact me, and I’ll withdraw it immediately. I just want to preserve this beautiful story by sharing it, and to thank S.E. Ketner for writing it.
It would make a lovely, tense plot for an adventure across time and space.

Here’s the story. S. E. Ketner, „The Plateau of Leng“

Published in: on März 28, 2011 at 9:45 pm  Schreibe einen Kommentar  
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Erschreckend fremdartige Kulturen – oder zwei Stufen des Horrors

Ein unterirdischer Ameisenbau, der von Wissenschaftlern mit Beton ausgegossen und nach dem Erhärten des Betons freigelegt wird. Die Formen des riesenhaften Ameisenbaus sind beunruhigend organisch, wie ein gigantisches, unterirdisches Pilzgewächs.

Allerdings, was ist erschreckender: Eine absolut fremdartige Lebensform, die sich unbemerkt über viele Kubikmeter unter Äckern und Steppen eine angsteinfößende Welt aufbaut – oder eine bekannte Lebensform, die aus Neugier diese Welt mit schnellhärtendem Beton ausgiesst, um sie zu ent-decken…?

Der Film ist leider nicht gekennzeichnet, man erfährt ebenfalls nicht, ob der Bau noch bewohnt bzw. genutzt wurde; da die Kolonien aber im Prinzip unsterblich sind, gehe ich einmal davon aus. Videolink: http://www.break.com/index/giant-ant-colony-is-a-world-wonder.html

Zum selben Thema – diesmal aus der Sicht der Filmkritik und damit prinzipiell auch die narrativen Quellgebiete des Tischrollenspiels betreffend – fragt Marcus Hammerschmidt in Telepolis nach dem „neuen Feind“ im Kino, nach der dramaturgisch wirkmächtigen Grenze zwischen Gut & Böse. Nachdem Barbaren und dekadente Imperien postmodern dekonstruiert wurden, ist hier eine einfache Konstruktion nicht immer befriedigend. Was gleich bleibt: Der „Feind“ ist stets das als Fremdartige, als das Andere wahrgenommene – und das kann sowohl unter als auch in uns sein, sowohl kulturell, biologisch als auch psychisch.

Dieses Fremdartige im wahrsten Sinne des Wortes als Spielmeister/Autor zuerst unsichtbar „ins Spiel“ zu bringen und allmählich von den Spielern enthüllen zu lassen, wäre die erste Stufe des Horrors („Call of Cthulhu“).
Die zweite Stufe wäre die Wendung, dass hier tatsächlich ein Spiegel seiner nicht versteckenden sondern schützenden Hülle beraubt wurde („Kult“).

Die dritte Stufe, die meines Erachtens auch durch ihre motivationshemmende Wirkung spielkontraproduktiv wäre, wäre die Entdeckung der absoluten Austauschbarkeit von Spiegelbild und Original, Innen und Außen, Gut und Böse in einem Kontinuum willkürlicher Interpretation (das Erwachen bei „Kult“, der Ort wo Wahnsinn und Harmonie zusammenfallen).

Published in: on März 17, 2011 at 9:50 am  Schreibe einen Kommentar  
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Inspirierende Horrorstories for free

Feedbooks stellt Online-Bücher im (u.a.) PDF-Format zur Verfügung, deren Autoren seit mehr als siebzig Jahren tot und deren Verwertungsrechte in die Public Domain übergegangen sind. Hier finden sich ca. 60 Längere und kürzere Geschichten von Lovecraft (einige in Französisch, die meisten auf Englisch) zum Downlod: Feedbooks – Lovecraft.

Arthur Machems 1894 erschienene Geschichte „The Great God Pan“, auf der Lovecraft sein „The Dunwich Horror“ (1928) basieren liess, und die Autoren wie Stephen King für die beste englischsprachige Horrorgeschichte aller Zeiten halten, ist hier ebenfalls zu finden.

Für die, die den Film „The Jacket“ (2005) mochten, hier gibt es ebenfalls kostenlos das Buch „The Star Rover“ (1915) von Jack London, seinerseits auf einer wahren Geschichte beruhend, an die die Verfilmung angelehnt ist.

Weiterhin ist hier Ambrose Bierce bekannte Kurzgeschichte „An Occurrence at the Owl Creek Bridge“ (1890) downloadbar, deren Plot zahlreichen Verfilmungen des nicht-seines-Todes bewußten Helden zugrunde liegt, wie z.B. dem low budget Horror-Klassiker „Carnival of Souls“ (1962, komplett auf Youtube), „The Sixth Sense“ (1999) oder dem meisterhaften „Jacob’s Ladder“ (1990), welcher wiederum Ideen und Visualisierungen für das Computerspiel „Silent Hill“ (1999-2009) lieferte.

Es hängt alles zusammen.

Und es lohnt sich, gerade für Rollenspielautoren, ab und zu die Klassiker zu lesen…!

Published in: on Februar 28, 2011 at 9:00 am  Comments (1)  
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Parasitische Pilze im Gehirn

Cordyceps ist ein endoparasitärer Pilz – d.h. er wächst innerhalb anderer Lebewesen und ernährt sich von ihnen. Einige hochspezialisierte Arten von Cordyceps wachsen nun innerhalb des Gehirns von Ameisen und beginnen, ihr Verhalten zu Gunsten des Pilzes zu kontrollieren: Kurz vor ihrem Tod begeben sich die Ameisen an eine Position, die ideal für das Verteilen von Sporen ist, sobald der Pilz sie aufgezehrt hat und aus dem sterbenden Körper hervorbricht. Mit-Ameisen scheinen die Gefahr der Ansteckung zu spüren und bringen die befallene Ameise außer Reichweite des Baus.

Ein parasitärer Pilz, der das Verhalten seines Wirts auf das Absonderlichste ändert und schließlich zum Tod und grausamer Entstellung des Opfers führt; und eine erfahrene Gemeinschaft, die diese Vorfälle kennt und die dem Tode Geweihten isoliert und aus der Gemeinschaft ausstößt.
Überträgt man dies auf einen Stamm irgendwo im Amazonas-Dschungel und auf eine zufällig sich vor Ort befindliche gutmeinende aber naive westliche Expedition, die den vermeintlich ausgestossenen Kranken zur Behandlung mit nach Hause, in die nächste Großstadt überführt – und man hat die Ansätze für ein interessantes Abenteuer. Dieser Horror, obwohl ähnlich gelagert, gibt ein etwas subtileres, getrageneres und weiter spinnbares Szenario ab als z.B. „The Relic“.

Um den Pilz und die kontrollierte Ameise zu sehen: Hier ist ein Link zum eindrucksvollen Video auf Youtube aus der „Planet Earth“ Reihe.

Published in: on Januar 19, 2011 at 9:14 pm  Schreibe einen Kommentar  
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Nur noch ein einziges auf Lager.

Eine Kabellänge entfernt liegt ein Mikrokosmos. Ein Audio-Kabel bei Amazon für 6800 Dollar. Eine Unmöglichkeit? Nur wenn es sich um ein normales Audiokabel handeln würde, nicht um etwas… anderes… das entweder niemals für den Gebrauch durch den Menschen vorgesehen war oder aber sich an eine gänzlich andere Käuferschicht richtet.

AudioQuest K2 terminated speaker cable. Nur ein Kabel. (mehr …)

Published in: on November 28, 2010 at 6:12 pm  Schreibe einen Kommentar  
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Im Urwald der Angst

387px-the_ya-te-veo-1Madagaskar als viertgrößte Insel der Welt hat zwar keine großen Raubtiere zu bieten, aber die kleinen Gefahren, die unsichtbaren, lauernden, sind wesentlich grausiger. Blutegel hinter dem Auge. Brennende Nesselfäden, die auf einen herabregnen und blenden. Giftige Insekten. Und Legenden über fleischfressende Bäume.

The slender delicate palpi, with the fury of starved serpents, quivered a moment over her head, then as if instinct with demoniac intelligence fastened upon her in sudden coils round and round her neck and arms; then while her awful screams and yet more awful laughter rose wildly to be instantly strangled down again into a gurgling moan, the tendrils one after another, like great green serpents, with brutal energy and infernal rapidity, rose, retracted themselves, and wrapped her about in fold after fold, ever tightening with cruel swiftness and savage tenacity of anacondas fastening upon their prey.

Die Mischung aus realem und legendären Horror Naturalis in dem dokumentarischen Artikel „A Forest full of Frights“ lässt sich gut in die Darstellung von Expeditionen ins Herz der Finsternis einbauen.

purp03Eine noch bessere Ressource für fantastische Flora Horribilis ist die Website „The Terror Garden – Plant Monsters for Call of Cthulhu“ von G.W. Thomas – vor allem, weil sie speziell auf Horror-Rollenspiele zugeschnitten ist. Ein paar der dort erwähnten Spezies lassen sich, dank des abgelaufenen Copyrights, z.B. in H.G.Wells Geschichte „The Flowering of the strange Orchid“ oder in Fred M. Whites „The Purple Terror“ (illustriert!) nachlesen.

Der Film „Ruins“ zeigt, dass das Genre des „Urwald der Angst“ bis heute noch quicklebendig ist.

Published in: on Januar 30, 2009 at 4:24 pm  Schreibe einen Kommentar  
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„Dies ist kein Ort für Menschen“

yucca-11

Wie macht man einer unbekannten Zivilisation begreiflich, dass sie sich von einem Ort fern zu halten hat, weil dort der Tod auf sie wartet? Z.B. wenn wir heute strahlenden Atommüll mit einer Halbwertszeit von mehreren 10.000 Jahren vergraben. Und nicht wollen, dass in ein paar Jahrtausenden unsere Nachfahren in den seltsamen Schildern und Betonmonumenten einen Ort der Anbetung oder versteckter Schätze ausmachen. Wie vermeidet man, dass „Gefahr!“ als „Kultstätte“ oder „Grabmal“ missverstanden wird? Wie stellt man Lebensgefahr architektonisch und konzeptuell so dar, dass sie Jahrtausende überdauert und kulturunabhängig verständlich bleibt?

Im Artikel „This is not a place of honor“ wird dies behandelt – eine gute Grundidee, die auch umgekehrt in die Jetztzeit hineinreichen undHintergrund für ein Abenteuer liefern kann – wie z.B. im ersten Film der Alien-Quadrologie geschehen, wo ein Warnsignal als Hilferuf missverstanden wird.

Published in: on Januar 25, 2009 at 6:26 pm  Schreibe einen Kommentar  
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Psychopathen erschaffen

Die Hare-Psychopathie-Checkliste testet auf bestimmte Eigenschaften in latent oder offen psycho-  bzw. soziopathisch handelnden Personen. Umgekehrt lässt sich daraus natürlich für Rollenspiele ein gutes Profil für einen eindrucksvollen Widersacher stricken.

Wikipedia-Artikel über die Hare-Psychopathy-checklist

Ein Artikel aus dem ‚New Yorker‘, „Suffering Souls“ über psychopathisches Verhalten.

Published in: on Januar 25, 2009 at 6:25 pm  Schreibe einen Kommentar  
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Der komplette Lovecraft

Wun-der-bar! Alle Lovecraft-Werke, auch längere wie „Berge des Wahnsinns“, sind auf diesem Website versammelt. Herunterladen, lesen, blasphemische Stimmung in die nächste CoC-Runde einbauen!

http://www.dagonbytes.com/thelibrary/lovecraft/

Published in: on Dezember 30, 2008 at 5:04 pm  Schreibe einen Kommentar  

Horror-Archetypen bei den ‚TV-Tropes‘

In der sowohl extrem vergnüglichen als auch unglaublich ergiebigen Wiki-Site ‚TV-Tropes‘ gibt es genügend archetypische Situationen, Charaktere, Objekte, Plot-Devices um aus der Hüfte ein Horror-Rollenspiel-Entwurf zu zaubern. Ich empfehle, einmal die Liste der Horror-Tropen durchzugehen und sich die interessantesten Beispiele heraus zu schreiben…!

http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/HorrorTropes

Published in: on Dezember 30, 2008 at 4:35 pm  Schreibe einen Kommentar  
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Blinde und Fremde

Im Gegensatz zum Computerspiel-Verkaufsargument physikalischer, visuell exakt dargestellter Realitätsnähe erfreut sich das Tischrollenspiel des Nachteils wie auch des Vorteils, dass es üblicherweise monomodal gespielt wird. D.h. nur eine Sinnesmodalität sorgt für die Übertragung der Inhalte, nämlich der Hörsinn. Der Rest ist Sache der ‚imaginativen Kompetenz‘ (Peter Kathe 1986) der Spieler.

Wenn der Spielleiter schon beschränkt ist auf diesen einen Sinneskanal, dann bedeutet das auch, dass die anderen Sinne der Spieler nur indirekt belegt sind. D.h. alles, was gesehen, gerochen, gefühlt und sogar interpretiert wird, liegt im Gestaltungsspielraum des Spielleiters.

Warum also nicht einmal ein Abenteuer spielen, in denen die Spieler nichts sehen? In denen die bekannte Welt komplett anders interpretiert wird als üblich?

Beispiele für solche Ideen liefert z.B. Daniel F. Galouye (1964 Autor von „Simulacron-3“, dem ‚Matrix‘-Urvater) mit „Dark Universe“, das zu 95% in der absoluten Dunkelheit eines riesigen alten Atombunkers spielt.

Uminterpretationen sind geschichtlich wesentlich beliebter, so z.B. der Klassiker von Paasche „Forschungsreise des Afrikaners Lukanga Muraka ins innerste Deutschland“, das komplett im Netz steht: http://gutenberg.spiegel.de/?id=12&xid=1987&kapitel=1&cHash=292d6a152a2

Published in: on Oktober 4, 2008 at 1:20 pm  Schreibe einen Kommentar  
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Viktorianischer Leviathan

Die Great Eastern

Die "Great Eastern"

Dark Roasted Blend ist eine gute Quelle für ungewöhnliches kontemporäres Bildmaterial – hat aber auch solche Schmuckstücke wie diese recherchierte und mit Bildern unterlegte Historie eines gewaltigen Schaufelraddampfschiffs aus der Viktorianischen Ära, das aussieht wie aus den Geschichten von Jules Verne.

Die „Great Eastern“, gebaut 1858, war auf das engste verknüpft mit dem Zeitgeist der Mitte des vorletzten Jahrhunderts – die Unterwerfung der Natur durch Metall und Dampf, und die Rückbindung der Natur in artifizielle Gebilde von physischer Mächtigkeit und blütenzarter Filigranität.

Auf jeden Fall ein lesenswerter Artikel für Steampunks und Cthulhu by Gaslight Proponenten. Kommt komplett mit mysteriöser Leiche, eingenietet zwischen die Doppelrümpfe…

The last victorian leviathan steamship: http://www.darkroastedblend.com/2008/08/last-victorian-leviathan-ss-great.html

Published in: on Oktober 4, 2008 at 12:46 pm  Schreibe einen Kommentar  
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Der Sündenfresser

Das Konzept des Sündenbocks ist einfach: Suche jemanden, der alle Schuld und Verfehlungen deines Lebens (oder deiner Kultur, deines Volkes, deiner Familie) willentlich oder unwillentlich auf sich nimmt – und töte ihn dann. Eine gute Beschreibung des „Sin-Eaters“ gibt es bei Wikipedia – allein vom Lesen entspinnen sich schon gute Ansätze für Kult-Szenarien.

Artikel aus der Wikipedia:

Sin-Eater: http://en.wikipedia.org/wiki/Sin-eater

Film „Angel Heart“ (1987): http://de.wikipedia.org/wiki/Angel_Heart

Film „The Wicker Man“ (1973): http://en.wikipedia.org/wiki/The_Wicker_Man_(1973_film)

Published in: on Oktober 4, 2008 at 12:28 pm  Schreibe einen Kommentar  
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Stärker. Aggressiver. Hungriger.

Hausmaus. Harmlos.

Hausmaus. Harmlos.

Die Veränderung eines auch beim Menschen vorkommenden Gens führt zu bemerkenswerten – und teils beunruhigenden – Folgen in Fähigkeiten und Verhalten von Mäusen.
In der Kurzbeschreibung steht ein folgenschwerer Nachsatz:

„Die Mäuse können aber nicht nur schneller und andauernder rennen, sie fressen auch 60 Prozent mehr als andere Mäuse, werden dabei aber nicht dicker. Dafür leben sie länger und sind sexuell bis ins hohe Alter aktiv. Weibliche Mäuse können 18 Monate länger als andere schwanger werden und sich reproduzieren. Allerdings seien sie auch sehr aggressiv.“

Dazu kommen die naiven Bedenken des Forschers, dass es „(…) gegenwärtig nicht möglich (ist), in die Skelettmuskeln von Menschen Gene einzuführen, und es würde auch nicht ethisch korrekt sein, dies zu versuchen.“

Artikel aus der Telepolis: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26536/1.html

Published in: on Oktober 2, 2008 at 1:57 pm  Schreibe einen Kommentar  
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