Im Urwald der Angst

387px-the_ya-te-veo-1Madagaskar als viertgrößte Insel der Welt hat zwar keine großen Raubtiere zu bieten, aber die kleinen Gefahren, die unsichtbaren, lauernden, sind wesentlich grausiger. Blutegel hinter dem Auge. Brennende Nesselfäden, die auf einen herabregnen und blenden. Giftige Insekten. Und Legenden über fleischfressende Bäume.

The slender delicate palpi, with the fury of starved serpents, quivered a moment over her head, then as if instinct with demoniac intelligence fastened upon her in sudden coils round and round her neck and arms; then while her awful screams and yet more awful laughter rose wildly to be instantly strangled down again into a gurgling moan, the tendrils one after another, like great green serpents, with brutal energy and infernal rapidity, rose, retracted themselves, and wrapped her about in fold after fold, ever tightening with cruel swiftness and savage tenacity of anacondas fastening upon their prey.

Die Mischung aus realem und legendären Horror Naturalis in dem dokumentarischen Artikel „A Forest full of Frights“ lässt sich gut in die Darstellung von Expeditionen ins Herz der Finsternis einbauen.

purp03Eine noch bessere Ressource für fantastische Flora Horribilis ist die Website „The Terror Garden – Plant Monsters for Call of Cthulhu“ von G.W. Thomas – vor allem, weil sie speziell auf Horror-Rollenspiele zugeschnitten ist. Ein paar der dort erwähnten Spezies lassen sich, dank des abgelaufenen Copyrights, z.B. in H.G.Wells Geschichte „The Flowering of the strange Orchid“ oder in Fred M. Whites „The Purple Terror“ (illustriert!) nachlesen.

Der Film „Ruins“ zeigt, dass das Genre des „Urwald der Angst“ bis heute noch quicklebendig ist.

Veröffentlicht in: on Januar 30, 2009 at 4:24 Kommentar schreiben
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„Dies ist kein Ort für Menschen“

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Wie macht man einer unbekannten Zivilisation begreiflich, dass sie sich von einem Ort fern zu halten hat, weil dort der Tod auf sie wartet? Z.B. wenn wir heute strahlenden Atommüll mit einer Halbwertszeit von mehreren 10.000 Jahren vergraben. Und nicht wollen, dass in ein paar Jahrtausenden unsere Nachfahren in den seltsamen Schildern und Betonmonumenten einen Ort der Anbetung oder versteckter Schätze ausmachen. Wie vermeidet man, dass „Gefahr!“ als „Kultstätte“ oder „Grabmal“ missverstanden wird? Wie stellt man Lebensgefahr architektonisch und konzeptuell so dar, dass sie Jahrtausende überdauert und kulturunabhängig verständlich bleibt?

Im Artikel „This is not a place of honor“ wird dies behandelt – eine gute Grundidee, die auch umgekehrt in die Jetztzeit hineinreichen undHintergrund für ein Abenteuer liefern kann – wie z.B. im ersten Film der Alien-Quadrologie geschehen, wo ein Warnsignal als Hilferuf missverstanden wird.

Veröffentlicht in: on Januar 25, 2009 at 6:26 Kommentar schreiben
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Psychopathen erschaffen

Die Hare-Psychopathie-Checkliste testet auf bestimmte Eigenschaften in latent oder offen psycho-  bzw. soziopathisch handelnden Personen. Umgekehrt lässt sich daraus natürlich für Rollenspiele ein gutes Profil für einen eindrucksvollen Widersacher stricken.

Wikipedia-Artikel über die Hare-Psychopathy-checklist

Ein Artikel aus dem ‘New Yorker’, „Suffering Souls“ über psychopathisches Verhalten.

Der komplette Lovecraft

Wun-der-bar! Alle Lovecraft-Werke, auch längere wie „Berge des Wahnsinns“, sind auf diesem Website versammelt. Herunterladen, lesen, blasphemische Stimmung in die nächste CoC-Runde einbauen!

http://www.dagonbytes.com/thelibrary/lovecraft/

Veröffentlicht in: on Dezember 30, 2008 at 5:04 Kommentar schreiben

Horror-Archetypen bei den ‘TV-Tropes’

In der sowohl extrem vergnüglichen als auch unglaublich ergiebigen Wiki-Site ‘TV-Tropes’ gibt es genügend archetypische Situationen, Charaktere, Objekte, Plot-Devices um aus der Hüfte ein Horror-Rollenspiel-Entwurf zu zaubern. Ich empfehle, einmal die Liste der Horror-Tropen durchzugehen und sich die interessantesten Beispiele heraus zu schreiben…!

http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/HorrorTropes

Blinde und Fremde

Im Gegensatz zum Computerspiel-Verkaufsargument physikalischer, visuell exakt dargestellter Realitätsnähe erfreut sich das Tischrollenspiel des Nachteils wie auch des Vorteils, dass es üblicherweise monomodal gespielt wird. D.h. nur eine Sinnesmodalität sorgt für die Übertragung der Inhalte, nämlich der Hörsinn. Der Rest ist Sache der ‘imaginativen Kompetenz’ (Peter Kathe 1986) der Spieler.

Wenn der Spielleiter schon beschränkt ist auf diesen einen Sinneskanal, dann bedeutet das auch, dass die anderen Sinne der Spieler nur indirekt belegt sind. D.h. alles, was gesehen, gerochen, gefühlt und sogar interpretiert wird, liegt im Gestaltungsspielraum des Spielleiters.

Warum also nicht einmal ein Abenteuer spielen, in denen die Spieler nichts sehen? In denen die bekannte Welt komplett anders interpretiert wird als üblich?

Beispiele für solche Ideen liefert z.B. Daniel F. Galouye (1964 Autor von „Simulacron-3″, dem ‘Matrix’-Urvater) mit „Dark Universe“, das zu 95% in der absoluten Dunkelheit eines riesigen alten Atombunkers spielt.

Uminterpretationen sind geschichtlich wesentlich beliebter, so z.B. der Klassiker von Paasche „Forschungsreise des Afrikaners Lukanga Muraka ins innerste Deutschland“, das komplett im Netz steht: http://gutenberg.spiegel.de/?id=12&xid=1987&kapitel=1&cHash=292d6a152a2

Veröffentlicht in: on Oktober 4, 2008 at 1:20 Kommentar schreiben
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Viktorianischer Leviathan

Die Great Eastern

Die "Great Eastern"

Dark Roasted Blend ist eine gute Quelle für ungewöhnliches kontemporäres Bildmaterial – hat aber auch solche Schmuckstücke wie diese recherchierte und mit Bildern unterlegte Historie eines gewaltigen Schaufelraddampfschiffs aus der Viktorianischen Ära, das aussieht wie aus den Geschichten von Jules Verne.

Die „Great Eastern“, gebaut 1858, war auf das engste verknüpft mit dem Zeitgeist der Mitte des vorletzten Jahrhunderts – die Unterwerfung der Natur durch Metall und Dampf, und die Rückbindung der Natur in artifizielle Gebilde von physischer Mächtigkeit und blütenzarter Filigranität.

Auf jeden Fall ein lesenswerter Artikel für Steampunks und Cthulhu by Gaslight Proponenten. Kommt komplett mit mysteriöser Leiche, eingenietet zwischen die Doppelrümpfe…

The last victorian leviathan steamship: http://www.darkroastedblend.com/2008/08/last-victorian-leviathan-ss-great.html

Der Sündenfresser

Das Konzept des Sündenbocks ist einfach: Suche jemanden, der alle Schuld und Verfehlungen deines Lebens (oder deiner Kultur, deines Volkes, deiner Familie) willentlich oder unwillentlich auf sich nimmt – und töte ihn dann. Eine gute Beschreibung des „Sin-Eaters“ gibt es bei Wikipedia – allein vom Lesen entspinnen sich schon gute Ansätze für Kult-Szenarien.

Artikel aus der Wikipedia:

Sin-Eater: http://en.wikipedia.org/wiki/Sin-eater

Film „Angel Heart“ (1987): http://de.wikipedia.org/wiki/Angel_Heart

Film „The Wicker Man“ (1973): http://en.wikipedia.org/wiki/The_Wicker_Man_(1973_film)

Veröffentlicht in: on at 12:28 Kommentar schreiben
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Stärker. Aggressiver. Hungriger.

Hausmaus. Harmlos.

Hausmaus. Harmlos.

Die Veränderung eines auch beim Menschen vorkommenden Gens führt zu bemerkenswerten – und teils beunruhigenden – Folgen in Fähigkeiten und Verhalten von Mäusen.
In der Kurzbeschreibung steht ein folgenschwerer Nachsatz:

„Die Mäuse können aber nicht nur schneller und andauernder rennen, sie fressen auch 60 Prozent mehr als andere Mäuse, werden dabei aber nicht dicker. Dafür leben sie länger und sind sexuell bis ins hohe Alter aktiv. Weibliche Mäuse können 18 Monate länger als andere schwanger werden und sich reproduzieren. Allerdings seien sie auch sehr aggressiv.“

Dazu kommen die naiven Bedenken des Forschers, dass es „(…) gegenwärtig nicht möglich (ist), in die Skelettmuskeln von Menschen Gene einzuführen, und es würde auch nicht ethisch korrekt sein, dies zu versuchen.“

Artikel aus der Telepolis: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26536/1.html

Veröffentlicht in: on Oktober 2, 2008 at 1:57 Kommentar schreiben
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